Wednesday, December 2, 2009

01.12.09 Die Heimreise



Auch wenn neun Tage denkbar kurz sind, es war richtig schön, mal wieder in good old India zu weilen. Es war schön, Marco und seinen Film auf das Filmfest zu begleiten und mit ihm einen unverhofften Sommerurlaub Ende November zu haben. Goa ist zwar der westlichste Teil Indiens, was man sowohl buchstäblich, als auch im übertragenen Sinne verstehen kann, das heißt: weniger Tempel, weniger Kultur, mehr Touristenspektakel. Aber die kleinen schönen Momente, die hat es auch hier wieder gegeben: im Markt, wo die Bananenverkäuferin mich prüfend anguckt und mir mittels Gebärden sagt: "Sie sind aber groß." oder mir das Mädchen in Schuluniform mit ihren von großen roten Schleifen eingebundenen Zöpfen im Bus ein neugieriges Lächeln oder auch ein freundliches Starren schenkt.

Indien: Wo es die ausschließlich handgemalten Schilder und Werbetafeln gibt, die kreativsten Improvisationslösungen (Fahrradreflektoren aus CDs) und überhaupt den schönsten Slang, den man sich vorstellen kann. Zurück in Deutschland bin ich immer noch versucht, mein so emsig einstudiertes indisches Nicken (seitliches mit-dem-Kopf-Wackeln) weiter zu kultivieren.

Danke fürs Mitlesen und Gucken. Bis zum nächsten Mal.

30.11.09 Delphine und Fischerboote


Morgens früh schippern wir mit einem Fischerboot raus, um Delphine zu sehen. Und tatsächlich: einige Flipper springen gut sichtbar vor uns aus dem Wasser. Nach wahnsinnig köstlichen Binofie Pie (eine britisch - indische Export-Idee, die gelegentlich auch Banofee - Pie heißt)heißt es für mich wieder Busfahren - zurück in den Norden, um am nächsten Tag wieder zurück zu fliegen. Schnüff.

29.11.09 Nostalgie im Süden: Palolem


Am 29.11. fahren Marco und ich 80km in den Süden, an exakt den selben Strand, an dem wir vor 5 Jahren meinen Geburtstag gefeiert haben. Die gleiche Bucht, die gleiche Insel, noch mehr Strandkühe und endlich, die frische Ananas, am Strand serviert. Wir wohnen in einer Holzhütte auf Stelzen, die herzlallerliebst in pink und lila angestrichen ist. Mit original Meerblick und (lautem) -soundtrack. Die Sonne knallt uns auf die begeisterten Gesichter. Das arabische Meer (der Teil des indischen Ozeans zwischen der arabischen Halbinsel und Indien)ist warm und die Wellen hoch. So salzig ist das Wasser, das man von allein oben schwimmt: genial.

28.11.09 Der große Moment


Am 28.11. wird mittags um 14 Uhr Marcos Film gezeigt, im Anschluss werden er und ein französischer Regisseur interviewt. Es kommen interessierte und kluge Fragen aus dem Publikum. Und dann gibt es Blümchen und Präsente für die ausländischen Gäste.

27.11.09 Hippiekommune Arambol

Auf die Empfehlung eines Australiers, der seit 13 Jahren in Goa lebt, fahren wir mit dem Bus nach Arambol, dem Strand dem man nachsagt, dass hier die "Hippies in Würde altern". Und tatsächlich begegnen wir diversen europäisch aussehenden Damen und Herren mit wallendem grauen Haar, allerdings gibt es auch unzählige Verkäufer mit Batiktüchern und Pluderhosen und sehr vielen anderen unnützen Dingen, die nonstop auf Russisch und Englisch auf uns einreden. Nicht so das, was wir uns unter einem entspannten Strandtag vorgestellt haben. Aber es gibt einen schicken Sonnenuntergang und die obligatorischen Strandkühe haben auch ihren Charme.

27.11.09 Frischer frischer Fisch


Der Fischmarkt hat es mir wirklich angetan. Auch wenn nach einem halben Tag sengender Hitze der Duftpegel seinen Höhepunkt erreicht hat, es macht mir einen Riesenspaß, wieder und wieder durch die Reihen zu laufen.

26.11.09 Gedenken der Opfer des Terroranschlags vor einem Jahr


Vor genau einem Jahr fanden Terroranschläge in verschiedenen Teilen Bombays statt. Um den Opfern zu gedenken zünden wir mit vielen anderen eine Kerze an. Dabei werden wir prompt für die Lokalzeitung abgelichtet. Am nächsten Tag sehen wir unser Bild in einer Zeitung, die wir nicht lesen können: sie ist in der Sprache Marathi geschrieben.

25.11.09 Das Filmfest IFFI tobt

Nachdem ich mit einem Engländer und einem amerikanischen Rentnerpärchen am ersten Abend um die Häuser gezogen bin, treffe ich am nächsten Tag Marco auf dem Filmfest.
Ständig auf der Suche nach Bollywood-Stars und-Sternchen tummeln sich auf dem campusartigen Gelände des Filmfests indische Journalisten und Filmemacher, Produzenten und Film-Freaks. Ständig wird man angesprochen und neugierig ausgefragt über Deutschland und Gott und die Welt.

Um an Filmtickets zu kommen muss man sich geduldig in Schlangen anstellen, und es kann gut sein, dass sich am Ende rausstellt, dass es eine falsche Schlange war. Am 25. verbringen wir also ziemlich viel Zeit mit Schlangestehen. Immer wenn ein indischer Filmstar über den roten Teppich läuft, geht eine Blaskapelle vorneweg und spielt die immer gleiche Humba-Bumba-Musik mit Tusch am Ende, das ganze ist wirklich schrill. Über alldem hängt ein Plakat, das verspricht, das Indien noch mehr bekommt als Slumdog Millionaire - wir dürfen also auf das Frühjahr gespannt sein.

Tuesday, December 1, 2009

24.11.09 public phone und Kingfisher


Überall gibt es die schönen roten Telefone, mit denen man Ortsgepräche führen kann. Und die Firma Kingfisher macht nicht nur das berühmte Bier, sondern hat auch Mineralwasser, Reis und Inlandsflüge im Programm! Ähnlich wie die Firma Tata, die ein Handyanbieter ist, die Autos, Breitband-Internet und vieles mehr verkauft. Das nenne ich mal einen Gemischtwarenladen erster Güte.

24.11.09 Portugiesisches Erbe

Panjim war früher unter portugiesischerm Regiment. Im alten Stadtteil Fontainhas (Brunnen) sieht es hier und da auch aus wie in Lissabon. Goa ist stark christlich geprägt. So liegen die Kirche der heiligen Maria (oben) und der Mahalaxmi-Tempel (hinduistisch, unten) in unmittelbarer Nachbarschaft zu einander.

24.11.09 Großartig: der Markt in Panjim


Was ich an Indien schon beim letzten Mal so gern mochte: die Farben, die fremde(n) Sprache(n),und vor allem: das Gewusel auf den Märkten. So sitze ich nach meinem vierstündigen Nickerchen verzaubert auf einer Empore über der Markthalle und genieße den Anblick da unten. (Das Video dauert 15 Sekunden.)

24.11.09 Schuluniformen und gackernde Hühner in Panjim


Unsere Reise geht nach Südindien, genauer gesagt, Goa, in die Bezirkshauptstadt Panjim. Ich bin in einem anderen Flugzeug geflogen, weil Marco einen Flug vom Filmfest gebucht bekommen hat, der voller Wartezeiten ist. So bin ich also schon mal einen Tag auf eigene Faust unterwegs. Morgens um 7, als der Flieger landet, ist es noch dunkel. Nach einer halsbrecherischen Taxifahrt lande ich im Hotel und freue mich. Die Kinder laufen draußen singend in Schuluniformen am Fenster vorbei, erste Mopeds knattern, langsam gehen einige Rolläden hoch. Ich muss erst mal eine Runde schlafen.

23.11.09 Die Indienreise geht los


Inzwischen ist es fünf Jahre her, dass Marco und ich in Indien waren und wir haben ständig davon gesprochen, dass wir unbedingt wieder hin müssen. Nun wurde Marco vom IFFI (International Film Festival of India) nach Goa eingeladen. Und da konnte ich natürlich nicht widerstehen, mitzukommen. Wir haben beide riesige Lust auf ein Revival der Dhosas, Thalis, des allgegenwärtigen Chai Masala und der schönen Strände von Goa.Da muss ich gar keine Schuhe kaufen.

Monday, November 23, 2009

Abflug nach Goa!!!

Liebe FreundInnen, ich bin am Flughafen und gleich gehts los, nach Goa, zu einem eher kurzen Trip, aber ich freu mich sooo. Marco und ich gehen zum indischen Filmfest und ich bin so gespannt. Wenn es die Internetsituation zulaesst, lasse ich wieder von mir lesen und sehen - wie immer hier auf diesem Blog. Liebe Gruesse von der vorfreudigen Johanna

Monday, June 29, 2009

28.06.09 Bye bye Vietnam

Ein letztes Mal sind wir in Saigon: zu einer letzten Übernachtung bei Madame Cuc. In der Jadekaiserpagode versetzt uns der Räucherstäbchenrauch in einen tranceähnlichen Zustand. Im historischen Museum sehen wir ein berühmtes vietnamesisches Wasserpuppentheater, das uns die vietnamesische Mythologie näher bringen soll. Leider sind die Ansagen auf Englisch nicht zu verstehen. Aber beeindruckend ist es trotzdem, wie die Puppenspieler inkl. Kleidern im Wasser hinter den Kulissen die Strippen ziehen.

Ganz wehmütig essen wir noch mal letzte Köstlichkeiten von einer Garküche am Straßenrand.

Auf dem Weg sehen wir ein Schild "Karaoke Massage Spa Gossip Club". Was es damit wohl auf sich hat? Wir müssen eindeutig wiederkommen, um das heraus zu finden!

Letzter Blick über den Mekong aus dem Flugzeug. Schnüff.
Gut gelandet in Frankfurt sind wir einfach sehr dankbar und haben gleich neue Reisepläne.
Vielen Dank fürs Lesen und bis bald!

26.06.09 Angeln, Schnorcheln, Erholen



Am dritten Tag auf der Insel unternehmen wir eine Bootstour zum Angeln und Schnorcheln. Die Fische, die wir tatsächlich auch fangen, gibt es mittags zum Essen an Bord. Außerdem essen wir gegrillte Seeigel, die uns angeblich stark, fruchtbar und unbesiegbar machen sollen. Weil Nebensaison ist, sind wir die einzigen westlichen Touristen. Drei vietnamesische Studentinnen sind mit uns an Bord und wir lernen endlich mal, wie man RICHTIG vietnamesisch ist. Da gehört nämlich Schlürfen, Schmatzen und Runterschlingen dazu. Wie erleichternd.

24.06.09 Inselurlaub zum Schluss


Nach einem 14-Stunden-Tempel-Tag fahren wir abends zum Flughafen, um zurück nach Saigon (Vietnam) zu fliegen. Gleich am nächsten Morgen geht es weiter nach Phu Quoc, einer Insel, die uns nach all der Kultur, dem Smog und dem Lärm, unsere ersehnte Erholung bescheren soll. Und sie ist wahrlich ein Traum.

Und schließlich: Angkor Wat selbst


Angkor Wat - diesmal ohne Regen und Ameisen.

Angkor Thom - die Gottheiten sehen alles



Im Angkor Thom haben die Gottheiten Gesichter in alle Richtungen. Dies symbolisiert, dass sie alles sehen, was geschieht. Ein junger Mönch klettert eifrig knipsend durch den Tempel. Und die Stufen sind ganz schön steil.

Kopflos


Um Devisen zu bekommen, verkauften die roten Khmer die Köpfe vieler Statuen ins Ausland. Sie werden im Zuge der Restauration nach und nach originalgetreu ersetzt.

Mystischer Tempel Ta Prohm


Riesige Bäume haben sich über tausend Jahre unter und zwischen die Tempelmauern gezwängt. Mauern sind eingestürzt, Bögen von den riesigen Wurzeln gebrochen worden. Das ganze wirkt wie eine einzige mystische Filmkulisse.

23.06.09 Ein langer Tag voller Tempel

Die Reiseführer sagen, man solle drei Tage, besser vier für die Tempel einplanen. Wir haben eineinhalb Tage Zeit. Unser Tuktukfahrer holt uns morgens um 4.40 Uhr ab. Damit wir den Sonnenaufgang bei den Tempeln erleben können. Wir sind natürlich skeptisch, ob sich das nun lohnt, sooo früh aufzustehen. Aber es wird ein grandioser Tag.

Sonnenaufgang über dem rituellen Badebecken Srah Srang.

22.06.09 UNESCO Weltkulturerbe: Angkor Wat


Gemeinsam mit Ashleigh, unserer kanadischen Reisegefährtin der letzten Tage, fahren wir sieben Stunden im Bus von Phnom Penh nach Siem Reap. Das ist der Ort, an dem die gigantischen, über viele Kilometer verteilten Tempelanlagen Angkor Wat zu sehen sind. Hier leihen wir uns am Abend Fahrräder, um schon mal einen ersten Eindruck von Angkor Wat zu bekommen. Dass Regenzeit ist, hatte sich bislang kaum bemerkbar gemacht. Aber nun bekommen wir einen ordentlichen Guß ab. Sehr beeindruckend, diese über tausend Jahre alten Tempel zu sehen, und dabei auch noch knöcheltief im Wasser zu stehen.
Um den großen Regen abzuwarten essen wir in einem Restaurant, in das üblicherweise nur Einheimische zum Essen gehen. Alles schmeckt wunderbar, bis Dani entdeckt, dass eine unserer Speisen, die wir da gerade in gegrillten Bananenblättern verspeist haben, große rote geröstete Ameisen sind. Darauf doch lieber gleich noch einen Schluck Angkor Bier. Erstaunlicherweise haben unsere Mägen alles wunderbar verkraftet.

21.06.09 Tempel, Mönche, Kinderschutz


Ja, es gibt sie wirklich: orange bewandete Mönche, die auf Motorrädern durch Phnom Penh brausen. Frisch gestärkt mit guter Kokosmilch besuchen wir die königlichen Paläste und schauen uns das bunte Treiben an, das dort sonntags herrscht. Dann nämlich kommen Gläubige aus dem ganzen Land in die Stadt um dort zu beten. Da meine T-Shirt-Ärmel nicht züchtig genug sind, muss ich ein sackförmiges Riesen T-Shirt erwerben, das ich hier besser nicht abbilde.

Abends essen wir bei Romdeng, einem Projekt, in dem ehemalige Straßenkinder in Gastronomieberufen ausgebildet werden. Es gehört zum Childsafe-Netzwerk, das beeindruckende Projekte hat. In Kambodscha werden sehr viele Kinder ausgebeutet. Immer wieder sehen wir abends Kinder, die uns Dinge verkaufen wollen. Auch in den Tempeln. Toll also, dass es dieses Netzwerk gibt, dass die Kinder unterstützt.
Ein sehr lohnender Link http://www.childsafe-international.org

Greueltaten in Kambodscha


In Phnom Penh angekommen schauen wir uns mit einer Kanadierin und einem englischen Pärchen das Genocide Museum an. Ein erschütterndes Zeugnis der Taten der roten Khmer unter Pol Pot. Das Terror-Regime folterte und ermordete in den siebziger Jahren auf brutalste Weise 80% der städtischen Bevölkerung, was einem Viertel der damaligen kambodschanischen Gesamt-Population entspricht. Das "Bitte nicht lachen"-Schild brauchen wir angesichts der schockierenden Bilder und Texte nicht.
Als wir am nächsten Tag die Killing Fields (Dutzende Massengräber, die erst 1980 entdeckt wurden) besichtigen lernen wir noch viel mehr über die schreckliche Zeit der roten Khmer. Bestürzt erfahren wir von unserem Guide, dass kaum Einheimische die Gedenkstätte besuchen. Es wird wohl noch ein paar Jahr(z)e(hnte) dauern, bis ein Aufarbeitungsprozess beginnen kann.

20.06.09 Rüber nach Kambodscha

Nach insgesamt drei Tagen auf dem Wasser im Mekong Delta überqueren wir die kambodschanische Grenze. Die Grenz-Prozedur dauert ewig. Dafür gibt es im Garten des Zollhauses einen schönen Tempel.



















Und Buddhas gibt es auch überall käuflich zu erwerben. Das macht den Straßenrand sehr bunt.