Sunday, January 23, 2011

23.01. Die Pyramiden von Teotihuacan

Ich freue micht auf mein Blind Date. Reyna und ihr Mann Alejandro holen mich am Hotel ab, sie sind total nett. Dass meine Mitbringsel ziemlich demoliert angekommen sind scheint mich mehr zu graemen als sie. Wir fahren eine Stunde nach Teotihuacan, wo die groesste aztekische Pyramidenstadt liegt.
Auf dem Weg fahren wir an immer neuen Gebirgsfalten vorbei, auf denen dicht an dicht Haeuser kleben. Ich kann es kaum glauben, dass Mexico City 2500 Meter hoch liegt. Das ist ja so hoch, wie sonst nur kurz vor dem Gipfel bei einer Bergtour durch die Alpen. Und wir fahren sogar noch hoeher. Die Aztekenstadt ist ein riesiges Freiluftmuseum, das Herzstueck des anthropologischen Museums von Mexico Stadt.

Erst mal gibt es im traditionell mexikanischen Restaurant passenderweise eine Sopa Azteca, eine koestliche Suppe mit Kaese, Tomaten und ganz schoen viel Chili. Dazu Quesadillas, und Cafe de Colla (sehr lecker mit Zimt und Rohrzucker). Und dann stehen wir nach kurzer Laufstrecke auch schon davor. Die riesigen Pyramiden, auf denen Hunderte Menschen wie kleine bunte Ameisen herumklettern sind wirklich umwerfend.

Das Gelaende ist so gross, dass wir den ganzen Tag darauf herumlaufen, ohne irgendwo zweimal vorbei zu kommen. Auf dem camino de las Muertes (dem Weg der Toten) zur Sonnen- und zur Mondpyramide, zu wahnsinnig gut erhaltenen Fresken von Jaguar und gefiederter Schlange, die auch als Skulpturen immer wieder den Weg saeumen. Dazwischen unzaehlige Haendler, die Silberschmuck, traditionelle Floeten, Pfeile und Bogen und Masken aus Halbedelstein verkaufen. Es gibt hier mehrere Kaktussorten, die aus denen der Tequila gemacht wird, die die man sogar essen kann und solche, die in Creme verarbeitet werden. Ich sehe neben ihnen ziemlich winzig aus.

Grossfamilien machen hier ihren Sonntagsausflug. Eine Gruppe kolumbianischer Sonnenanbeter - sehr elegant ganz in weiss gekleidet - heben ihre Haende in die Hoehe um die Kraft der Sonne zu empfangen, beten und singen dazu. Nebenan im Staedtchen werden zu Ehren des heiligen Sebastian Boeller abgefeuert. Nach einem Tag voller Eindruecke einer vergangenen Welt fahren wir zurueck in die Stadt, um im Stadtteil Condesa (die Riesenalleen von Barcelona gepaart mit Hamburger Schanzenviertels-Cafes und ein bisschen Prenzlauer Berg- Yuppietum) Eis zu essen. Die beiden haben mich eingeladen, morgen bei ihnen zu uebernachten. Denn sie wollen mir noch ein rotierendes Restaurant zeigen, von wo aus man den perfekten Blick ueber die Stadt haben soll. Ich freu mich auf morgen: da kommt unter anderem endlich Frida Kahlo dran. Buenas Noches.
Nachtrag: was fuer ein doofer Anfaengerfehler, montags die Museen angucken zu wollen. Da muss schnell ein neuer Plan her...

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