Auf dem Zocalo findet eine Demonstration gegen die Privatisierung eines Parks in Santa Barbara statt. "El pueblo de Santa Barbara no se vende" (Die Bevölkerung von Santa Barbara lässt sich nicht verkaufen" steht sogar auf dem Hund.
Der Palacio Nacional ist mit flughafenreifen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet. Hier sehe ich das groesste und beruehmteste von Diego Riveras Murales. Es ist wirklich beeindruckend. Die restlichen 50 Salons und Marmorsaele des Palastes finde ich dann eher ueberspringenswert.
Richtig faszinierend hingegen ist es, danach um und auf den Ruinen des Templo Mayor zu spazieren: Eine riesige Ausgrabungsstaette einer weiteren aztekischen Siedlung, aus der Zeit, als Mexico City noch Tenochtitlan hiess und von den Azteken fuer die Mitte des Universums gehalten wurde.
Die Ruinen wurden erst 1978 entdeckt. Die Conqistadores aus Spanien hatten einfach auf (und zum Teil aus) den aztekischen Bauwerken ihre eigenen Kolonialprunkbauten errichtet. Mir wird noch einmal bewusst, wie menschenverachtend und brutal der Kolonialismus uerberall auf der Welt gewesen ist.
Ich fahre einmal durch die ganze Stadt, um fuer morgen die Bus-Optionen auszukundschaften, denn morgen will ich nun endlich auf Friedi und ihre Familie treffen. Das U-Bahnfahren in Mexico-City ist voellig simpel und unkompliziert. Ich fahre immer im Frauenabteil, einer Einrichtung, die vor allem den Vorteil hat, dass man dort nur wie ein loser Blumenstrauss in der Vase und nicht wie in einer Sardinenbuechse aufbewahrt wird.
Dann ist es endlich soweit: in Coyoacan schaue ich mir ausgiebig die "Casa Azul", das blaue Haus von Frida Kahlo und Diego Rivera an. Es hat eine ganz besondere Ausstrahlung, die Ausstellung ist gut und ich bleibe da, bis es dicht gemacht wird.
Reyna und ich sind in ihrem Stadtteil Tlalpan verabredet, um dort mit ihrer Mutter in einem tollen Cafe Koestliches zu essen: Quesadillas, Tamales, Emoladas und ganz viel Guacamole. Nach meinen ersten Begeisterungsstuermen schon beim taeglichen Gang zum Taco-Stand auf der Strasse bin ich nun richtig selig.
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