Henning Mankell schreibt nicht nur schwedische Krimis, nein, er ist Regisseur und hat ein eigenes Theater - das Teatro Avenida. Und zwar - in Maputo! Er lebt nämlich nur die Hälfte des Jahres bei seiner Frau Eva (Tochter von Ingmar Bergman) in Schweden. Die andere Hälfte bringt er Kultur und Bildung unter das mosambikanische Volk. Mittels seines Theaters.
Die Stücke sind - natürlich - auf Portugiesisch. Wir waren im Theater beim Internationalen Musikfest und haben ein tolles Gitarrenkonzert gehört. Dort traf ich dann lauter Leute vom Welt-Malaria-Tag, den dänischen Botschafter, den wir von der Präsentation meiner Gastgeber kannten, und die Galeristin vom Kunstladen im Bahnhof. Die (westliche) Community aus Botschaftern, Entwicklungshelfern, Mikrokredit-Organisatoren, etc. ist sehr klein. Und bleibt es auch, denn ein Eintrittsgeld für das Theater von 200 Meticais (etwa 6,60 Euro) können sich die mosambikanischen Normalverdiener nicht leisten. Der staatliche Mindestlohn liegt bei 40 Euro im Monat. Auf dem Land wird er oft unterschritten. Städtische Angestellte verdienen je nach Dienstgrad und Zugehörigkeitsalter 50-70 Euro.
Wie in allen Entwicklungs- und Schwellenländern macht es mich auch hier wieder sehr nachdenklich, wenn ich (importierte) Nutella zum Frühstück esse und dann an einem Mann vorbeilaufe, der keine Hose an hat und den Müll nach Brauchbarem durchsucht.
Immerhin sind meine GastgeberInnen ja in Sachen Forschung zur Entwicklung von lokalen Kleinunternehmen hier. Und die ganzen Hilfsorganisationen tun doch hoffentlich auch etwas Nachhaltiges.
Sunday, April 27, 2008
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1 comment:
Stimmt!! Henning Mankell hat auch Bücher über Afrika geschrieben und außerdem Kinderbücher!
Aus dem Norden kommen also nicht nur Krimis, sondern auch andere lesenswerte Bücher...
Wunderbar, dein Blog! Hoffentlich kannst du bald wieder verreisen!
Liebe Grüße, Zoë
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