Saturday, April 19, 2008

Von Maputo nach Inhambane

Um fünf Uhr morgens sind wir gestern mit einem Minibus losgefahren. Die AmerikanerInnen hatten sich in der Nacht so die Kante gegeben, dass der ganze Bus nach Schnaps roch. Dafür redeten sie aber nicht so laut wie sonst, was wiederum ein Vorteil war.
Je voller der Bus auf dem Weg nach Inhambane wurde, desto voller wurden auch fünf Mosambikaner, die sich eine Brandy-Flasche herumreichten, bis sie wenige Stunden später geleert war. Zum Glück waren sie in ihrem Heimatdorf angekommen, bevor mein Sitznachbar gänzlich kollabierte.
Was ich schon lange auf Reisen vermisst habe, ist das grandiose Angebot absurdester Konsumgüter an jeder Tankstelle und an jedem Bushalteplatz. Traubenweise wurden uns quietschbunte Fantasorten, Deos, Shampooflaschen, Handyguthabenkarten in den Bus gehalten. Eine hochkreative Styroporstellage voller Sonnenbrillen lief wie von selbst um den Bus herum, der Verkäufer war kaum zu sehen. Und in jedem Dorf gibt es Tangerinas zu kaufen (mandarinenartige Früchte, die wie Zitronen aussehen, ganz anders schmecken und von den Kindern vor Ort gar nicht schnitzweise gegessen werden, sondern richtig gehend ausgesaugt). Das sieht sehr lustig aus. Und der Selbstversuch zeigt: da braucht man einen ganz schönen Zug am Leib. Oder man muß den Saugreflex aus Säuglingstagen wiederentdecken.

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