Thursday, August 5, 2010

10.07.10 Die Gorillas sind los

Heute ist der große Tag. Um sieben Uhr morgens stehen wir am Treffpunkt. Insgesamt gibt es sieben Gorilla-Familien, die man im Nationalpark besuchen kann. Pro Tag und Familie sind nur 8 Besucher zugelassen, damit die Tiere genug Ruhe bekommen. Victor hat uns empfohlen, die Familie "Amahoro" zu besuchen. Das Wort bedeutet "Frieden" auf Kinyarwanda. Insgesamt gibt es sieben Gorillafamilien, die im Nationalpark besucht werden können. Zwölf weitere Familien sind für Besucher nicht zugänglich, damit sich die stark dezimierten Bestände erholen können und damit weiter Forschung über die besonderen Tiere betrieben werden kann. Während des Bürgerkriegs wurden viele Gorillas getötet und sogar gegessen. Die Dian Fossey Stiftung wacht über den artgerechten Tourismus mit Argusaugen. Das klingt alles sehr vernünftig. Die horrenden Eintrittsgelder für Ausländer gehen dann auch zu einem großen Teil an die lokale community. Zum Beispiel wurde ein Brunnen für das Dorf angelegt, damit die Anwohner zum Wasserholen nicht in das Territorium der Gorillas müssen.

Nach einem kleinen Workshop in Kartoffelanbau (Johanna hackt erfolgreich mit der Hacke ein Loch ins Kartoffelfeld, bravo) und einer Einführung in Gorillasprache ("Ich bin friedlich und habe gute Laune" ist ein tiefes Brummen) steigen wir mit unserem charmanten Guide Edward in den Dschungel auf. Eine Stunde stapfen wir durchs glitschige Geäst und Gestrüpp. Drei "Tracker" bahnen mit Macheten den Weg und verständigen Edward immer per Funk, wo wir die Gorillas aufspüren können.

Der Mindestabstand zu den Gorillas, den wir wahren müssen ist sieben Meter, sagt uns Edward. Aber plötzlich läuft ein Gorillajunges buchstäblich vor unseren Füßen vorbei, ganz ohne Sicherheitsabstand. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Der Opa Silverback liegt währenddessen ausgestreckt auf 3 Meter Länge faul auf dem Rücken und kaut auf einem Grashalm herum. Sie lassen sich von unserer Anwesenheit überhaupt nicht stören.
Auf dem Rückweg entdecken wir noch eine riesige Ziegelsteinmanufaktur. Der totale Overkill an Eindrücken für den heutigen Tag.

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