An unserem letzten Tag in Ruanda besuchen Marco und ich das Kigali Memorial. In einer von den Briten unterstützten mulitmedialen Ausstellung wird versucht, das Grauen des Völkermordes der Hutu an den Tutsi darzustellen. Es ist erschütternd, zu lesen, welche tragende Rolle die Kolonialmächte Deutschland und Belgien dabei spielten. Die beiden Staaten hatten den Völkermord begünstigt, indem sie eine Einteilung der Ruander in die privilegierte Gruppe der Tutsi (Viehzüchter = Menschen mit mehr als 10 Stück Vieh) und Hutu (Ackerbauern = Menschen mit weniger als 10 Rindern)schufen. Hierbei kamen ähnlich menschenverachtende Methoden zum Einsatz wie im dritten Reich. Gesichter wurden vermessen, um die "Rasse" der Menschen zu bestimmen. Erschütternd ist auch zu lesen, wie die Weltgemeinschaft damals tatenlos zusah, wie Tausende von Menschen mit Macheten, Messern und andern Waffen niedergemetzelt wurde.
Zum Teil innerhalb der eigenen Familie, unter Arbeitskollegen, innerhalb von Fußballteams.

Am Ende der Ausstellung werden Bezüge hergestellt zu anderen Genoziden: zum Pol Pot - Regime in Kambodscha, zum Holocaust, dem Mord der Türken an den Armeniern, dem Völkermord an den Herero durch die Deutschen und zum Massaker von Srebrenica.
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