Sunday, August 8, 2010

20.07.10 Persisches Neujahrsfest - ein Grund zum Prügeln

Makanduchi ist der zweitgrößte Ort auf Sansibar, an der Südspitze der Insel, wirkt aber eher dörflich. Typisch für den Ort ist der dunkelrote Sand, der ganz schnell all unsere Klamotten rot bepudert. Wir sind hier, weil das zweite der drei Festivals des Jahres stattfindet: Nahruz, das persische Neujahrsfest. Ich habe 2004 ja schon mal das Nahruz - Fest im Libanon miterlebt - dort war es einfach ein nettes Familienfest mit gutem Essen. Dass das persische Neujahrsfest auf Sansibar eher ein Grund für junge Männer ist, um sich zu verhauen, können wir nicht glauben, bis wir es mit eigenen Augen sehen. Mit Horst aus Lüneburg und Hamed, seinem sansibarischen Freund machen wir einen Rundgang durchs Dorf, bis uns Hamed sagt, dass wir nun unter dem Baum im Schatten warten müssen. Also warten wir, genau wie hunderte anderer Leute. Plötzlich geht es los: Mit Sprechchören joggen Gruppen von jungen Männern zum Dorfplatz, der sich innerhalb kürzester Zeit mit mehreren hundert Menschen füllt. Dazwischen gibt es auch joggende Gruppen von Frauen.

Und manche Männer haben abenteuerliche Uniformen an: Leopardenmantel und Motorradhelm oder auch Frauenkleider.

Dann gehts los. Mit Bananenblätterstielen gehen Männer aufeinander los.
Immer wieder "fliehen" die Massen rückwärts, um vor den Prüglern wegzulaufen. Dabei ist das Weglaufen eher ein Spaß. Allerdings werde ich einmal umgeworfen und niedergetrampelt. Ab dann halte mich dann doch lieber vornehm im Hintergrund.

Es wird noch ein Haus mit Feuer aus Zweigen gebaut und symbolisch ein Mensch darin geopfert. Dann ist nach eineinhalb Stunden plötzlich alles wieder vorbei.

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